Wahlkurs Kunst 9 auf Dresden – Exkursion unterstützt durch den Förderverein

Dresden. Aha.

So oder so ähnlich war unser aller Gedanke als feststand: Der 9er WU-Kurs Kunst fährt nach Dresden. Und ja, um ehrlich zu sein scheint der Name Dresden im Vergleich zu Städtenamen wie Paris oder London im ersten Moment vielleicht etwas unbedeutsam. Dass der Wunsch einer Fahrt nach Paris ausgerechnet durch einen Streik der SNCF platzen musste, sorgte vorübergehend für Enttäuschung. Ein Klick und unser Hostel, die Street-Art Tour und der Besuch des Louvre wären gebucht gewesen, aber, was will man machen, dann halt eben nicht. Wir haben weiter gesucht, kreativ sind wir ja. Als dann Frau Müller neben neuen Zielen wie Hamburg oder (kurzzeitig) London Dresden auf den Plan rief, hielt sich die Begeisterung zwar zunächst in Grenzen, doch stand nach Abstimmungen und Recherchen im Internet dann doch fest: Es geht für 2 Tage in die Stadt an der Elbe. Und nach und nach schien diese Stadt gar nicht mehr sooo uninteressant. Mit dem 07.06 rückte auch unsere knapp vierstündige Zugfahrt immer näher, die wir alle gut überstanden haben. Mit unseren Koffern und Taschen machten wir uns auf den Weg zu unserem nicht weit entfernt liegendem Hostel, was uns mit sauberen und annehmbaren Zimmern empfing. Lange verweilten wir nicht, denn schon am selben Abend stand unser erster Programmpunkt auf der Liste: Speed-Sightseeing bei Nacht. Mit der Tram in die Innenstadt und von da aus zu Frauenkirche, Semperoper, Albertinum und Co. Ich denke schon in diesen ersten zwei Stunden konnten wir uns einen ziemlich guten Eindruck von dieser Stadt verschaffen, deren Gässchen mancherorts wie Kulissen eines französischen Urlaubsfilms wirkten.

  

Am nächsten Tag stand dann nach sehr leckerem Frühstücksbuffet der anstrengendere Tag von beiden an. Bei gefühlten 35° Grad, Sonnenschein und wolkenlosem Himmel liefen wir bei Freibad-Wetter durch Dresden, das uns auch bei Tag trotz allem wirklich schön erschien. Unser erster Programmpunkt war der Besuch der Gemäldegalerie Alte Meister, Augenmerk lag bei diesem Besuch auf Gemälden wie dem der Madonna von Raffael, besonders auf den kleinen Engelchen im unteren Teil des Bildes.

Nach dieser Exkursion in die Zeit rund um das 16. Jahrhundert, lockte uns das Albertinum, das mit zeitgenössischer, zuweilen auch abstrakter Kunst ein weiterer Bestandteil unserer Tour durch Dresden war. Hier richtete sich unser Fokus besonders auf die skizzierten Selbstportraits Gerhard Richters, sowie die auf dem Kopf hängenden Werke von Georg Baselitz. Dem Besuch im Albertinum wurde ein offenes Ende zugeteilt, jeder durfte nach festgelegter Zeit gehen, wann er wollte. In mindestens Dreiergruppen erkundeten wir also anschließend Dresden auf eigene Faust, hatten knapp 2 Stunden Freizeit. Um spätestens halb fünf hieß es dann: Abmarsch über die Brücke rüber in die Neustadt, die allein schon geografisch und optisch das genaue Gegenteil zur Altstadt bildete. Hier erwartete uns eine zweistündige Tour in die Street-Art Szene der Stadt an der Elbe, die uns so manches Mal die Kinnlade runter klappen ließ. Ich glaube Vielen wurde bei dieser ganz besonderen Führung richtig bewusst, was sich mit beziehungsweise aus Street-Art alles machen und erreichen lässt, Botschaften, auf die man vielleicht sonst nicht unbedingt aufmerksam geworden wäre. Das schon vorhin erwähnte Flair einer französischen Küstenstadt fand sich auch in den zahlreichen kleinen Hinterhöfen wieder, die mit Cafés und Restaurants wie ein Magnet auf junge Familien und Menschen wirkten. Nach einem langen, warmen und erlebnisreichen Tag waren wir alle mehr als glücklich über die schon reservierten Plätze in einem Restaurant.

    

Der Samstag erwartete uns mit mindestens genauso schwülem Wetter, dem wir aber zu Beginn des Tages für einige Stunden im Deutschen Hygienemuseum entfliehen konnten. Was sich im ersten Moment anhört wie eine etwas merkwürdige oder spezielle Art des Museums, entpuppte sich schon bald als einzigartige Möglichkeit, den Lauf des Lebens in einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Mit zahlreichen Hörbeispielen, Videos und Mitmach-Stationen lohnte sich der Besuch des Museums auf jeden Fall, denn neben der Dauerausstellung fand sich zudem eine Ausstellung über Rassismus, die Aktuelles mit bereits zeitlich Vergangenem verband und unbedingt einen Besuch wert ist.

Gegen Mittag erwartete uns schließlich, last but not least, der letzte Programmpunkt auf unserer Liste: Ein Besuch in der Kunsthochschule, der ohne Frau Müllers Kontaktknüpfung zu einem ehemaligen Leistungskurs-Schüler nicht möglich gewesen wäre. Schon beim Betreten der Hochschule blieb Vielen der Mund offen stehen. Eine Welle an Eindrücken, die da über uns schwappte, die vielen verschiedenen Ateliers und Räume, überall der Geruch von echter Kunst, von Tempera, Acryl und Leinwänden- und, auch wenn uns auf den Fluren kein einziger Student begegnete, roch es irgendwie nach Leben. Ich glaube, wir haben noch nie so viel scheinbar geordnetes Chaos auf einmal gesehen. Im wunderschönen Innenhof der Hochschule beendeten wir schließlich die Führung und damit auch unsere Zeit in Dresden. Nach einem kurzen Rückblick auf den letzten Tag, verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Weg zurück zum Hostel und zu unseren bereits gepackten Koffern. Vom Hauptbahnhof ging es dann mit dem Zug ohne große Zwischenfälle nach Hause.

Nachdem wir nun am vergangenen Donnerstag unsere gemeinsame Zeit als 9er WU-Kurs Kunst beendet haben, gilt es jetzt Danke zu sagen:

Danke an den Förderverein, der die Fahrt bezuschusst hat und damit die Street Art Tour ermöglichte.

Danke an Frau Sachs, die uns auf der Fahrt begleitet hat.

Danke an Michael Spindler für die Führung durch Dresden am ersten Abend und schließlich durch die Kunsthochschule, die ein unvergesslicher Ort bleiben wird. Danke, dass du uns unsere Fragen beantwortet und uns ein Stück in das Leben als Kunststudent eingeführt hast, uns gezeigt hast, dass es einen Ort gibt an dem es normal ist, dass Pfannen und Schuhe mitten im Flur herumliegen J.

Und Danke natürlich an Frau Müller für die Ermöglichung einer echt schönen Zeit in Dresden, für die vielen Projekte, die uns jeden Donnerstagnachmittag erwartet haben, für die vielen Tipps während unserer freien Arbeitsphasen, dafür dass man mit Ihnen richtig gut lachen kann.

 

Danke für die Zeit, die wir mit Ihnen hatten (und vielleicht noch haben werden 🙂 ).