Von Philipp Tittes

Am Dienstag, dem 15. Mai 2018, fand die 17. und 18. Stolpersteinverlegung in Groß-Gerau statt. Die Begrüßung und Einleitung in das Thema „Verfolgung der Juden in der NS-Zeit“ übernahm aus dem evangelischen Dekanat Wolfgang Prawitz, der die Veranstaltung initiierte und leitete. Er erinnerte daran, wie wichtig es sei, einander zu akzeptieren und sprach über den Aufruf in Frankfurt mit dem „Kippa-Tag“ gegen Antisemitismus vorzugehen, welcher vollen Erfolg zeigte. „Abwehr des Antisemitismus ist Aufgabe der ganzen Gesellschaft – umso mehr in einer Zeit, in der eine Partei im Bundestag sitzt, die Geschichte um 180 Grad drehen will.“, waren seine Worte auf der Verlegung.

Auch mehrere Schüler der Martin-Buber-Schule, Noemi, Yasemin, Omar, Stefan, Lirigzon und Younes, stellten das Schicksal der Familie Schott aus der Frankfurter Straße 35 vor. Sie beschrieben detailliert das Leben der einzelnen Personen und ihre grausame Vertreibung aus Deutschland, soweit diese rekonstruiert werden konnten.

Das Prälat-Diehl-Gymnasium mit den Schülern Sophie, Christopher, Katharina, Jonathan, Cornelia, Sophie und Philipp der 10. Klasse, stellten die Lebensumstände der Juden zu jener Zeit dar und bezogen diese spezifisch auf die Familie Schott aus der Helwig Straße 10.

Die begleitenden Lehrer Philipp Stannarius (Schulleiter der MBS), Kerstin Schelle (MBS) und Christian Elbert (PDS) unterstützten die Schüler, die sich freiwillig bereit erklärt hatten, in ihrer Freizeit die Historie aufzubereiten und vorzustellen und zeigten sich mit Begeisterung gegenüber der Neugier der Schüler. Es sei sehr wichtig, das Geschehene an jüngere Generationen weiterzugeben, so hieß es nicht nur von den Lehrern, sondern auch beim Vortragen der Motivation, von Seitens der Schüler, sich für dieses Projekt zu engagieren.

Es erschienen zahlreiche Personen um sich die tiefgründigen Vorträge anzuhören. Darunter auch die Paten der einzelnen Stolpersteine, die eine Urkunde überreicht bekamen. Die Veranstaltung wurde mit einem jüdischen Gebet beendet.