Am Donnerstag, den 26. April, kam der Abiturjahrgang der Prälat-Diehl-Schule zusammen, um sich über die wichtigsten Aspekte der Kernkraft, insbesondere von Atomwaffen, informieren zu lassen. Der Projekttag wurde wie jedes Jahr von Frau Zipf, Fachbereichsleiterin III, organisiert; sie hatte bereits im Vorfeld eine Ausstellung an die PDS geholt, die durch in der Schule aufgestellte Plakate der internationalen Kampagne ICAN und von Soka Gakkai die Möglichkeit gibt, sich zu dem Thema zu informieren. Diese Ausstellung ist auch für die Öffentlichkeit noch bis 16.5. in der Pausenhalle und der Mediothek zu sehen.

Die Veranstaltung wurde zunächst mit einem Referat des Physikleistungskurses eröffnet. Dieser erklärte die physikalischen bzw. theoretischen Aspekte der Kernenergie und zeigte auf, weshalb Atomwaffen eine sehr große zerstörerische Kraft besitzen. Hierzu boten die Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, die Auswirkung einer Wasserstoffbombe auf einen Ballungsraum in der heutigen Zeit zu verstehen.

Im Anschluss hielt Dr. Matthias Englert vom Öko-Institut Darmstadt einen Vortrag über die technischen Seiten der Kernkraft. Er zeigte anhand einer sogenannten Brennstoffspirale (s. Abbildung) den Weg vom spaltbaren Material bis zu seiner Endlagerung auf. Er wies dabei besonders auf die verschiedenen Möglichkeiten hin, durch Atomspaltung sowohl friedlich nutzbare als auch zerstörerisch wirkende Energie zu gewinnen. Außerdem klärte er über Gefahren auf, die derzeit von Atomwaffen ausgehen. Er kam zu dem Schluss, dass ein Angriff auf Deutschland zurzeit sehr unwahrscheinlich, doch die internationale Lage labil ist.

Zuletzt informierten die beiden Politik-und-Wirtschafts-Leistungskurse über Atomwaffenabkommen, die zwischen einzelnen Staaten geschlossen wurden. Zudem zeigten sie den Umgang mit Kernkraft in den Großmächten USA, England und Russland auf. Im Anschluss an die Veranstaltung konnten interessierte Schüler/-innen mit Herrn Dr. Englert und Frau Shiono von Soka Gakkai noch im kleinen Kreis genauere Fragen stellen und über das Thema weiter diskutieren.

Felix Wilde, Physikleistungskurs

Teilnehmende Schüler empfanden den Projekttag zwar als lang, lobten aber die umfassende Information, aufgrund derer man selbst auf die Problematik aufmerksamer wurde. So könne man z.B. nun selbst entscheiden, ob man sich bei ICAN engagieren wolle (vgl. dazu: www.icanw.de/aktivitaeten/). Die Auswirkungen einer atomaren Katastrophe seien so nämlich wesentlich greifbarer geworden. (Ergänzungen: Heike Mohr)