Förderung bei Lese- und Rechtschreibschwäche

Die besonderen Probleme von Kindern und Jugendlichen mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten ernst zu nehmen und sich ihrer anzunehmen, das hat an unserer Schule Tradition. Seit Jahren gewähren wir Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechtschreiben einen entsprechenden Nachteilsausgleich bzw. Notenschutz und bemühen uns, diese durch Ausarbeitung individueller Förderpläne und regelmäßige Überprüfung des Lernfortschritts gezielt zu fördern.

Seit dem Schuljahr 08/09 führen wir Tests in den 5. Klassen und bei Bedarf auch in höheren Jahrgangsstufen der Sekundarstufe I durch, um Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten frühzeitig erkennen und entsprechend entgegenwirken zu können.

Förderkurse (für die Jahrgangstufen 5, 6 und 7) sind seit November 2008 ein fester Bestandteil unseres Nachmittagsangebotes. Wir hoffen dadurch vielen Kindern noch gezielter helfen zu können, ihre Ängste und Blockaden zu überwinden und Motivation und Selbstbewusstsein wiederzugewinnen. Dennoch ist uns gerade aus unserer langjährigen Erfahrung heraus wohl bewusst, dass der schulischen Förderung deutliche Grenzen gesetzt sind. Umso wichtiger ist uns ein kontinuierliches Zusammenwirken mit den Eltern und eine intensive Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Lehrkräften.

Für Betroffene der Jahrgangsstufe 9 besteht kein Kursangebot, hier übernimmt der/die unterrichtende Deutschkollege/inim Rahmen seiner/ihrer Möglichkeiten die Förderung durch Empfehlung entsprechender Materialien und Arbeitsblätterin Absprache mit der LRS-Fachkraft.

Das Wichtigste zum Thema LRS-Förderung ist hier in einem Konzept zusammengefasst, das überdacht und weiterentwickeln soll:

Rechtliche Grundlagen:

Die rechtlichen Grundlagen sind nachzulesen in der Verordnung über die Gestaltung des Schulverhältnisses vom 19. August 2011.

Gezielte Förderung:

Dieses Konzept soll eine Grundlage für eine gezielte Förderung der Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechtschreiben legen.

Das bedeutet:

  • ein Vertrauensverhältnis zwischen Eltern, Schülern und Schule durch intensive schulische Beratung aufzubauen,
  • Schülerinnen und Schülern mit LRS die Möglichkeit zu geben, ihre Schreib- und Lesefähigkeit grundlegend und auf Dauer zu verbessern,
  • die Arbeit der Deutschlehrkraft zu unterstützen.

Dazu gehört ein Förderunterricht (eine Schulstunde pro Woche für die Jahrgangsstufen 5, 6 und 7) als Angebot der Schule.

Die Förderkurse finden immer montags in der siebten Stunde für die Sechs/Sieben-Klässler statt und freitags für die Fünf-Klässler. Die Teilnahme am entsprechenden Kurs ist für alle Schüler/innen mit LRS-Status verpflichtend, eine Befreiung ist nur im Einzelfall über einen begründeten Antrag an den Schulleiter möglich.

LRS-Ansprechpartnerin der Schule ist Frau Bihl.

Die Förderung umfasst den Unterricht in besonderen Lerngruppen, den Nachteilsausgleich und die Binnendifferenzierung im Rahmen der Möglichkeiten. Darüber hinaus gibt die LRS-Beauftragte Aufgaben für das tägliche Training zu Hause. So soll ein selbstverantwortliches Lernen gefördert werden.

Verfahren zur Feststellung der besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechtschreiben

Bei der Feststellung in den Klassen 5 geht es uns vor allem um folgende Aspekte:

  • schriftliche Rechtschreib-Leistungen in den von allen 5. Klassen einheitlich geschriebenen Diktaten, Deutscharbeiten, Vokabelarbeiten und informellen Tests
  • Hinweise auf LRS im Grundschulzeugnis bzw. der Schülerakte
  • allgemeines Arbeits- und Sozialverhalten
  • allgemeine Leistungsbereitschaft; die Schwierigkeiten sollten als Teilleistungsschwäche zu erkennen sein
  • den aktuellen Leistungsstand in Deutsch und in den Fremdsprachen im Vergleich zu den anderen Fächern
  • Einbezug externer Gutachten, soweit diese vorliegen; sie sind aber nicht allein ausschlaggebend
  • das Ergebnis in genormten Tests .

Testverfahren

Deutschlehkräfte beobachten alle Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse innerhalb eines Zeitraumes von ca. sechs Wochen nach Schuljahresbeginn und führen formelle (Diktate) oder informelle Rechtschreibtests  durch und werten diese in Zusammenarbeit mit der LRS-Beauftragten aus. Dies geschieht unter den folgenden Aspekten:

  • das Schreiben eines einheitlichen, informellen und unbewerteten Diktats und die Auswertung für jede Schülerin und jeden Schüler nach der absoluten Fehleranzahl
  • die quantitative Fehlerauswertung und Ermittlung der Fehlerschwerpunkte zur Eingrenzung der individuellen Defizite

Bei Hinweisen auf LRS im Grundschulzeugnis bzw. der Grundschulakte oder Auffälligkeiten im Bereich LRS führen wir genormte Tests (z.B.Dideon) durch. Die ausgewerteten Tests bespricht Frau Bihl persönlich in jedem einzelnen Fall mit den Eltern der betroffenen Schüler und bei diesem Gespräch wird die weitere Vorgehensweise detaliert besprochen.

Beschluss über LRS-Status und Nachteilsausgleich

Die Klassenkonferenzen des Jahrgangs 5 beraten unter Berücksichtigung aller für die Feststellung von LRS wesentlichen Gesichtspunkte kurz vor oder nach den Herbstferien über die Ergebnisse der Testung. Sie beschließen darüber, ob die Schülerin oder der Schüler einen besonderen Nachteilsausgleich oder Notenschutz benötigt. Der Nachteilsausgleich bzw. der Notenschutz gilt jeweils für ein Schulhalbjahr.

Außerdem entscheiden sie über die verbindliche Teilnahme am Förderkurs. Die Klassenkonferenz beschließt auch ein individuelles Förderkonzept. Darin sind jeweils die besonderen Schwierigkeiten und die empfohlenen Maßnahmen festgehalten.

Entsprechendes gilt für Schüler und Schülerinnen, bei denen bereits früher besondere Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechtschreiben festgestellt wurden. Wurde Notenschutz beschlossen, werden Fehler in der Rechtschreibung nicht mehr in die Gesamtbewertung schriftlicher Arbeiten einbezogen. Die Fächer, für die der Notenschutz gilt, sind von der Klassenkonferenz zu benennen. Fällt die Rechtschreibleistung bei beschlossenem Notenschutz punktuell besser als ausreichend aus, wird dies zwar unter der entsprechenden Arbeit vermerkt, der Notenschutz bleibt jedoch für das Halbjahr erhalten. Dieser ist im Zeugnis unter „Bemerkungen“ dokumentiert.

Es besteht weiterhin die Möglichkeit in besonderen Einzelfällen einen Nachteilsausgleich aus pädagogischen Gründen zu gewähren.