Am 15.03.2019 besuchte die Klasse 8e der PDS das Amtsgericht Groß-Gerau. Zuvor hatten sich die Schülerinnen und Schüler im Politik & Wirtschaftsunterricht mit dem Thema „Recht“ beschäftigt. Um das theoretische Thema in seiner praktischen Umsetzung am Gericht kennen zu lernen, besuchte die Klasse öffentliche Gerichtsverhandlungen des Amtsgerichts Groß-Gerau. Vor Ort konnten die Schülerinnen und Schüler eine Verhandlung beobachten. Hier konnten die Lernenden schließlich bei der Anwendung des Themas „Recht“ in verschiedenen Beispielen zuschauen. Aus diesen Beobachtungen sind Zeitungsartikel entstanden, von welchen im Folgenden Einer zu finden ist.

S. Kremke

Besuch im Amtsgericht Groß Gerau

Am 15. März 2019 besuchten wir, die Klasse 8e des Prälat-Diehl-Gymnasiums gemeinsam mit unserem PoWi Lehrer das Amtsgericht in Groß-Gerau.

Wir sind bereits gegen 8 Uhr losgelaufen und waren dann pünktlich zu Beginn der Verhandlung dort. Am Eingang erwartete uns eine Kontrolle, die in 10er Gruppen durchgeführt wurde. Anschließend mussten wir noch ein paar Minuten im Flur warten, bevor wir in den Gerichtssaal hereingelassen wurden. Als es dann soweit war, setzten wir uns auf unsere Plätze und erhoben uns kurze Zeit später als die Beteiligten den Saal betraten. Zu Beginn schwor einer der Schöffen dem Richter, ein faires Urteil zu fällen und dabei nicht auf das Äußere des Angeklagten zu achten. Danach las der Staatsanwalt die Anklage vor, bei der es sich um zwei Wohnungseinbrüche handelte, jeweils in Walldorf und Kelsterbach. Danach gab der Verteidiger des Angeklagten eine kurze Erklärung dazu ab. Da ein Beweisvideo existiert, auf dem der Angeklagte vor einer Haustür zu sehen war, schauten sich die Beteiligten dieses mehrmals an.

Später wurde der erste Zeuge, ein Mann, welcher Opfer des ersten Einbruchs in Kelsterbach war, aufgerufen und seine Zeugenaussage wurde vernommen. Von ihm wurde geschildert, was er wann und wo sah, da an seinem Haus eine Überwachungskamera angebracht war, welche das begutachtete Video aufnahm, sowie eine Alarmanlage.

Als nächstes wurde die zweite Zeugin, eine Frau, welche Opfer des zweiten Wohnungseinbruchs in Walldorf war, aufgerufen. Sie erzählte, dass sie am Abend des Geschehens mit ihrem krebskranken Partner aus einem Restaurant auf dem Weg nach Hause war. Als sie vor ihrer Wohnung ankamen, fiel ihnen auf, dass die Sicherheitskette ihrer Wohnungstür im Schloss steckte und die Terrassentür aufgebrochen war. Sie vermuteten, dass sich der Täter noch in der Wohnung befand und riefen deshalb sofort die Polizei. Als diese ankamen, bestätigten sie den Verdacht und gingen bewaffnet in die Wohnung. Als die Polizisten die Wohnung leer auffanden, begaben sie sich wieder nach draußen und besprachen mit dem Paar das Geschehen. Als die Frau einen Mann aus der Einfahrt gehen sah, teilte sie dies den Polizisten direkt mit. Einer von ihnen rannte der Person sofort hinterher und machte sich erkennbar, jedoch hielt die Person, die sich mittlerweile auf das Fahrrad geschwungen hatte, nicht an und konnte somit entkommen. Die Polizistin, die dem Täter hinterherrannte, konnte feststellen, dass es sich hierbei um einen Mann handelte. Als das Paar dann einige Zeit später seine Wohnung betreten durfte, mussten sie feststellen, dass verschiedene Dinge, wie Schmuck und Geld fehlten.

Als dritte Zeugin wurde eine Polizistin aufgerufen, die auch beim Geschehen in Walldorf vor Ort war. Sie beschrieb den Vorfall als auch die Beweisaufnahme aus Ihrer Sicht. Später las der Verteidiger des Angeklagten ihren Bericht von dem Vorfall vor, den sie geschrieben hatte und stellte ihr dazu noch einige Fragen, da sie nicht alles, was sie berichtete, in ihren Bericht geschrieben hatte.

Als vierter und letzter Zeuge wurde ein Polizeikommissar aufgerufen, welcher über den Tatort die Spuren und die Beweise sprach.

Nach einer kurzen Unterbrechung schauten sich der Richter und der Verteidiger sowie der Staatsanwalt und die Schöffen nochmals die Beweise an. Danach schlugen Verteidiger und Staatsanwalt zehn Monate Freiheitsstrafe vor. Anschließend ging der Richter mit den Schöffen in einen Nebenraum, um das Urteil festzulegen. Schließlich einigten sie sich auf eine zehnmonatige Freiheitsstrafe ohne Bewährung, da der Angeklagte vor kurzem im Gefängnis war. Der Richter sprach das Urteil und somit war die Verhandlung beendet.

Nach der Verhandlung beantwortete uns der Richter noch einige Fragen. Zum Schluss machten wir noch Fotos im Saal sowie vor dem Gericht und machten uns dann wieder auf den Weg zurück zur Schule.

Insgesamt fanden wir den Besuch im Gericht sehr interessant, da es kein alltägliches Erlebnis war. Durch diese Erfahrung haben wir Neues dazu gelernt, was das Gericht und die Verhandlungen betrifft.

Alessa Frieß & Lara Hein, 25.03.2019