Am 28.03.2019 besuchte die Klasse 8b der PDS das Amtsgericht Groß-Gerau. Zuvor hatten sich die Schülerinnen und Schüler im Politik & Wirtschaftsunterricht mit dem Thema „Recht“ beschäftigt. Um das theoretische Thema in seiner praktischen Umsetzung am Gericht kennen zu lernen, besuchte die Klasse öffentliche Gerichtsverhandlungen des Amtsgerichts Groß-Gerau. Vor Ort konnten die Schülerinnen und Schüler drei Verhandlungen beobachten. Hier konnten die Lernenden schließlich bei der Anwendung des Themas „Recht“ in verschiedenen Beispielen zuschauen. Aus diesen Beobachtungen sind Zeitungsartikel entstanden, von welchen im Folgenden zwei zu finden sind.

S. Kremke

Klasse wohnte Gerichtsverhandlung bei

Am Donnerstag, dem 28. März 2019 nahm die Klasse 8b des Prälat-Diehl Gymnasiums mit ihrem PoWi-Lehrer Herr Kremke im Rahmen des Politikunterrichts als Zuschauer an drei Gerichtsverhandlungen im Amtsgericht Groß- Gerau teil.

Eine der drei Verhandlungen handelte von einem 22- Jährigen, der wegen eines zu hohen Alkoholkonsums (2,56 Promille), ein respektloses Verhalten und schlechtes Benehmen gegenüber den Polizeibeamten aufwies. Zuvor hatte er in einem Bus Körperverletzung begangen.

Im Gerichtssaal erschienen vier Zeugen, jedoch rief der Richter eine erste Zeugin zur Aussage auf, die nicht für ihre Rolle als Zeugin vorgesehen war.

Laut dieser Zeugin hätten die Beamten den Angeklagten zur Tatzeit trotz der bereits angebundenen Handschellen zu Boden gelegt.

Außerdem wäre der Angeklagte, den die Zeugin schon seit sechs Jahren kennt, nicht aggressiv. Sogar auch nicht mit 3,2 Promille, so berichtete sie.

Zudem wiederholten die Beamten das ständige Drücken auf den Boden und das Festhalten des Angeklagten. 

Dieses Verhalten wirkte sich allerdings auf die Gesundheit des Angeklagten aus, sodass er einige Platz- und Schürfwunden erlitt, erklärte die Zeugin.

Letzten Endes wurde der Angeklagte zur schon bereits geplanten Alkoholentzugstherapie, sowie einer Geldauflage von 100 Euro, die er innerhalb von sechs Monaten an eine Kinderklinik zu zahlen hat, verurteilt.

Besonders auffällig bei der Beweisaufnahme war, dass der Richter der eigentlich nicht vorgesehenen Zeugin folgte, ohne sich weitere und bekannte Zeugen zur Urteilsfindung hinzuzuziehen.

Zum Schluss verließ die Klasse den Gerichtssaal mit eindrucksvollen und interessanten Erfahrungen über den Ablauf einer Gerichtsverhandlung, sowie über das unterschiedlich streng bzw. milde begründete Urteil eines Richters.

Annika Rudersdorf

Der Ausflug zum Groß-Gerauer Amtsgericht am 28.03.2019

Der Ausflug, der 8b des Prälat-Diehl-Gymnasiums begann an der Kreissporthalle Groß-Gerau um ca. 09:25 Uhr. Von dort aus liefen wir zum Amtsgericht, in dem wir uns drei Strafprozesse anschauten. Doch bevor man überhaupt in das Amtsgericht richtig hineintreten durfte, wurde man gründlich kontrolliert (manchmal auch zu gründlich, sodass einer einen Löffel abgenommen bekommen hat). Als wir dann endlich nach langem Warten in den Gerichtssaal gelassen wurden, fing der erste Strafprozess auch schon an.

Bei dem ersten und letzten Strafprozess handelte es sich um Fahren ohne Fahrerlaubnis. Der erste Angeklagte erhielt eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen a. 25€, darf aber trotzdem Pkws betätigen. Der zuletzt Angeklagte bekam eine Geldstrafe von 38 Tagessätzen a.17€ und muss sein halbes Jahr Fahrverbot nachholen.

Der zweite Fall war meiner Meinung nach schon etwas spannender, da es sich dort um eine Körperverletzung an einer Polizeibeamtin handelte. Die Anklageschrift besagte, dass der 21-jährige stark alkoholisiert, mit einer Promillezahl von 2,54 auf eine Polizeibeamtin losgegangen ist und diese mit einem Schlag am linken Oberarm traf und leicht verletzte. Zudem solle er Polizeibeamten bespuckt und beleidigt haben. Der junge Mann wurde durch Vandalismus in einem Bus auffällig und ist daraufhin mit einem Krankenwagen zur Psychiatrie in Riedstadt gebracht worden. Im Krankenwagen habe er dann die Straftat begangen.

In der Beweisaufnahme, beschrieb eine Zeugin, die zur der Zeit Spätschicht in der Psychiatrie/Entzugsklinik hatte, die Straftat. Da die Zeugin schon vorher eine sehr gute Bindung zu dem jungen Mann hatte und diesen auch schon seit sechs Jahren kannte, konnte sie bezeugen, dass der Angeklagte sowohl alkoholisiert als auch nüchtern nie aggressiv gegenüber anderen Passanten war und immer Anweisungen befolgte, wenn man ihm welche erteilte. Jedoch konnte sie nicht bezeugen, ob der Angeklagte die Polizeibeamtin wirklich geschlagen hatte oder nicht. Sie betonte ebenfalls noch, dass der Polizist, welcher für ihn zuständig war, sehr unqualifiziert gegenüber dem jungen Mann gewesen ist. Dieser hätte den Angeklagten angeblich mehrmals auf den Boden geschmissen, sodass er eine Platzwunde an der Stirn bekam. Außerdem hat er, statt den Aufzug zu nehmen, die Treppe genommen und da man weiß, dass stark alkoholisierte Menschen nicht gut laufen können, wäre es natürlich besser gewesen den Aufzug zu nehmen

Am Ende des Strafprozesses hat der Angeklagte eine Geldstrafe von 100€ bekommen, die er in dem Zeitraum von sechs Monaten an eine Kinderklinik spenden soll. Da er unter Alkoholsucht leidet und dies auch der Auslöser der Straftat war, soll dieser eine sechsmonatige Therapie gegen den Alkoholkonsum nehmen. Als wir dann um ca. 12:20 Uhr fertig waren, gingen wir (holten noch den Löffel an der Sicherheitskontrolle ab), machten ein Foto und durften dann schließlich alle nach Hause gehen.

Ich habe mit diesem Ausflug neue Eindrücke bezüglich des Amtsgerichts gesammelt und fand es sehr spannend, wie der Richter mit dem Angeklagten umging und sein Urteil fällte. Zudem wollte ich abschließend betonen, dass es in deutschen Amtsgerichten keine Hämmer gibt, die man auf ein Brett schlägt, wenn ein Urteil gefällt wird und der Gerichtssaal auch nicht immer so groß ist, wie er in manchen Serien dargestellt wird.

Nikita